Mittwoch, 23. November 2011

Seltsame Begenung

"Ich mochte dich eigentlich noch nie." Ich fand das das ein merkwürdiger Satz war, um eine Spaziergang einzuleiten. Es war dunkel. Neben uns floss die Weser, weit vor uns war die Brücke, Lichter, Autos. "Ich dich auch nicht." Antworte ich schließlich. Das war sogar die Wahrheit. Mir war schlecht, schwindelig und ich hatte das Gefühl ich sollte hier nicht sein. Woher kam die Angst? "Aber dann hat R. von die erzählt und seitdem, bin ich.. frage ich mich einfach, wie du so bist." Ich war müde, fertig, traurig. Nicht in Stimmung um zu flirten. "Und wie bin ich?" ich verlangsamte meine Schritte um ein bisschen zurück zu bleiben, doch er blieb stehen, drehte sich um. Panik durchfuhr mich. Ich will hier weg, weg, weg! Bitte! "Du bist faszinierend." Meine Fingernägel fangen an an meinem Arm zu kratzen, ich stellte mir vor wie sich kleine weiße Striche bildeten. "Ach ja?" Ich war mir nicht sicher ob ich hören wollte warum er so dachte. "Du wirkst mal anwesend mal abwesend. Du wirkst mal glücklich mal traurig. Deine Augen leuchten oft und dann sind sie wieder irgendwie matt. Ich beobachte das jetzt schon eine Weile." Verdammt was wollte er? Meine Fingernägel bohrten sich immer tiefer in die Haut. " Das klingt ja.. sehr schön was du da sagst. Wie aus einem Buch geklaut oder so. Aber ich bin immer okay, nur ganz oft müde." Ein kleines Lächeln. "Und warum sehen deine Arme aus als hättest du sie durch den Reiswolf gezwungen?" Er kam zwei Schritte auf mich zu, nahm meinen Ärmel und schob ihn hoch. Ich konnte nicht mehr. Ich legte mich auf den kalten Boden und weinte. Während der Mensch vor dem ich gerade noch höllische Angst hatte daneben saß. Was zur Hölle war das für eine Situation? Was tat ich hier? Als ich  mich beruhigt hatte setzte ich mich auf. Guckte ihm in seine Augen. "Du hast keine Angst mehr." Stellte er fest. Ich wollte nicht mehr reden, schämte mich irgendwie. "Na komm her." Ich legte meinen Kopf auf seine Schultern, weil ich es sich unmöglich anfühlte ihn noch gerade zu halten. "Und wie geht's dir jetzt?"
"Besser." Ich schloss die Augen. Kein Grund mehr zur Angst. Ich vertraute diesem Menschen. Egal wie dunkel und einsam es war. " Und willst du mir erzählen warum du das tust?" Er strich langsam über sie. Ich zuckte, wollte den Arm wegziehen doch er hielt ihn fest. Ich schüttelte den Kopf. " Dann solltest du es wenigstens für dich selbst herausfinden. Ich bring dich nach Hause, okay?" Wir gingen. Ich fühlte mich motiviert, hatte das Gefühl wieder ein bisschen Leben zu spüren, Verwirrung. "Okay. dann bis nächste Woche." Sagt er am Tor. "Ja, äh machs gut." Sage ich. Ich will noch irgendwas wie danke dran hängen, bin mir aber nicht schlüssig ob das zutrifft. "Ey, hm.. ich mag dich. Aber dir ist klar das aus uns niemals irgendwas werden wird oder?" flüsterte er fast. " Das ist auch gut so. Das will ich gar nicht. Äh und danke." Er lächelt und geht.

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